Pflegeberatung

Pflegeberatung

Ist bei einem Menschen die Pflegebedürftigkeit im Sinn des SGB XI anerkannt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die daraus folgenden Leistungen der Pfegeversicherung zu nutzen.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, entweder Pflegesachleistungen von ambulanten Pflegediensten oder Einrichtungen der Tagespflege in Anspruch zu nehmen oder sich für eine Kombination aus Pflegesachleistungen und Pflegegeld zu entscheiden.

Sollten Sie die Variante Pflegegeld wählen, wird die Pflege also von Angehörigen oder sonstigen Ihnen nahestehenden Personen durchgeführt, sind Sie gesetzlich verpflichtet, eine Beratung in der eigenen Häuslichkeit durch eine zugelassene Pflegeeinrichtung nachzuweisen.

Für diese gesetzlich vorgeschriebene Pflegeberatung gibt es mehrere Gründe. Zum einen bekommt der pflegende Angehörige eine regelmäßige Hilfestellung und praktische pflegefachliche Unterstützung. Zum anderen dient die Pflegeberatung der Sicherstellung der Qualität der häuslichen Pflege durch Angehörige oder andere Pflegepersonen.

Oberstes Ziel der Beratungseinsätze durch zugelassenes Pflegefachpersonal ist jedoch die gewissenhafte Sicherstellung einer angemessenen Versorgung des Pflegebedürftigen. Sollte eine vorgeschriebene Pflegeberatung nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden, ist die Pflegekasse berechtigt, das Pflegegeld zu kürzen oder sogar komplett einzustellen.

Die Kosten der Pflegeberatungsgespräche werden durch die Pflegeversicherung getragen.

Pflegeberatung

Häufigkeit und Inhalt der Beratungsbesuche

  • Pflegegrad 1 bis 3 einmal halbjährlich
  • Pflegegrad 4 und 5 einmal vierteljährlich
  • Ist die Pflege gesichert?
  • Kann die Pflegesituation durch Pflegeschulungen, Hilfsmittel oder Verbesserung des Wohnumfeldes verbessert werden?
  • Ist der aktuelle Pflegegrad in Bezug auf die Pflegebedürftigkeit ausreichend?
 

Individuelle Pflegeschulung in der Häuslichkeit

Dieses Angebot richtet sich vor allem an Pflegebedürftige und deren Angehörige. Unsere geschulte Pflegefachkraft kann eine Pflegeschulung bei Ihnen zu Hause durchführen. Das kann dann notwendig werden, wenn Sie etwa unvorbereitet einen Angehörigen zu Hause pflegen und betreuen müssen und zurzeit keinen Kurs für pflegende Angehörige besuchen können.

Inhalte der Schulung je nach Bedarf
  • Prinzip der aktivierenden Pflege
  • Körperpflege (Wahl der Pflegemittel, Techniken der Körperpflege)
  • An- und Auskleiden
  • Behandlung einer Inkontinenz (z.B. Umgang mit Vorlagen, Toilettentraining)
  • Prophylaxen, etwa Druckgeschwür, Lungenentzündung, Thrombose (Verschluss von Venen), Kontrakturen, Sturz usw.
  • Hebe- und Tragetechniken (z.B. aufstehen und hinlegen aus und in das Bett)
  • rückenschonende Arbeitsweise
  • sinnvoller Umgang mit Hilfsmitteln (etwa Badewannenlifter, Duschstuhl)
  • Beobachtung von Veränderungen im Gesundheitszustand
  • Atmung, Puls, Blutdruck und Temperatur
  • aktive und passive Bewegungsübungen
  • Tipps zur eigenen Entlastung vom Pflegealltag
  • Fragen, Probleme und Anregungen

So versetzen wir Sie in die Lage, eine sichere Pflege und Betreuung für Ihren Angehörigen zu gewährleisten. Wir können somit im Vorfeld stark belastende Ereignisse und Krisen zwischen dem Pflegenden und dem Pflegebedürftigen vermeiden helfen.

Aber auch wenn Sie einen Pflegekurs besucht haben und in einer anspruchsvollen Pflegesituation Hilfestellung benötigen, können wir mit Absprache der Pflegekasse eine unentgeltliche häusliche Pflegeschulung bei Ihnen durchführen. Bitte sprechen Sie uns an, wenn Bedarf besteht!

 

Pflegekurse

Wer sich entschieden hat, einen Angehörigen oder Bekannten zu pflegen, steht vor einer großen Herausforderung. Neben praktischen Fragen zum Umbetten oder Waschen, zu Hilfsmitteln oder Kosten tauchen auch seelische Zweifel auf: "Bin ich den Anforderungen gewachsen?"All dies sind Themen unserer Pflegekurse.

Der Pflegekurs vermittelt den Pflegepersonen Kenntnisse für eine fachbezogene, häusliche Pflege und Betreuung des Pflegebedürftigen. Bestandteil der Pflegekurse ist insbesondere auch Anleitung zur aktivierenden Pflege.

Wir empfehlen daher allen Pflegepersonen, an einem Pflegekurs teilzunehmen. Die Kosten dafür trägt die Pflegekasse.

Angesprochene Personengruppen

  • Angehörige, die eine gebrechliche, behinderte oder langzeiterkrankte Person pflegen, begleitet oder dieses planen
  • Angehörige, die plötzlich mit einer Pflegesituation konfrontiert werden
  • Laien, die Pflegekenntnisse erwerben wollen, bzw. testen wollen, ob sie eine Pflege in der Familie übernehmen können